Haarwuchsmittel: Hoffnungsschimmer

Veröffentlicht auf von laavidaahaamburg

Dem Zufall sei Dank: Postatamittel und Blutdrucksenker ließen als Nebeneffekt neue Haare auf gelichteten Köpfen sprießen. Nun können neue Medikamente helfen, übermäßgen Haarausfall zu stoppen. 

 

Ob ätzender Brennesselsud oder Fledermauskot, gemixt mit Honigbier: An Rezepten gegen Haarausfall mangelt es seit ewigen Zeiten nicht. Erfolge waren jodoch Mangelware. Schwärmte jemand von neu sprießender Haarpracht, waren meist krankhafte Störungen als Ursache für den Haarausfall beseitigt: hochfieberhafte Erkrankungen, Fehlfunktionen innere Organe, Fehl- und Mangelernährung (zum Beispiel bei Crash-Diäten), aggressive Medikamente.
Gegen den Hauptverursacher gelichteter Schädel war kein Kraut gewachsen: gegen den erblich bedingten ,,männliuchen" Haarausfall unter dem nicht nur- mehr oder weniger- fast alle Männer, sondern auch viele Frauen leiden. Für Frauen gibt es ein paar hilfreiche Anwendungen, deren hormoonelle Basis einen Einsatz bei Männern meist verbietet. Jetzt können aber auch die etwas hoffen: Der Prostatawirkstoff Finasterid und der Blutdrucksenker Minoxidil entpuppten sich als Haarwuchshilfen.
Diese Präparate bewirken tatsächlich etwas- allerdings kein Wunder. Bei vielen Betroffenen kann der Haarausfall immerhin verlangsamt oder ganz gestoppt werden. Einige können auch mit Neuwuchs rechnen, allerdings sind die neuen Haar meist weniger kräftig. Da auch diese Medikamente nicht die Ursache des Haarausfalls beheben, müssen sie lebenslang angewendet werden- nach Absetzten der Mittel ist schnell der ursprüngliche Kahlzustand wieder erreicht. die besten Behandlungserfolge lassen sich in frühen Stadien des Jaarausfalls erzielen. Sind die Haarwurzeln erst einmal restlos zerstört, helfen auch diese Medikamente nicht mehr. 

 

Finasterid
Die derzeit einzige  ,,Haarwuchspille"- alleine für den Mann- enthält den Wirkstoff Finasterid. Er hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase Typ II in seiner Aktivität. Zunächst wurde Finasterid gegen Vergrößerungen der Prostata eingesetzt. Als Haarwuchsmittel ist es unter dem Namen Propecia auf dem Markt. Die Monatsdosis kostet etwa 60 €. Klinische Studien- gerade ist eine fünfjährige Studie abgeschlossen worden- belegen, dass Finasterid den Haarausfall stoppt und Neuwuchs anregt. 

Knapp 2 % der Verwender klagten aber über- teilweise nur vorübergehend auftretende- Libido- oder Potzenzprobleme, weitere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Dennoch: ,,Für die lebenslange Einnahme von Tabletten sind mir die kosmetischen Ergebnisse zu mager", sagt Professor Christoph Geilen, leitender Oberarzt der Dermatologischen Klinik des Universitätsklinikums Benjamin franklin in Berlin.
Wer sich für Propecia entscheidet, muss täglich eine Tablette einnehmen. Zu beachten ist, dass das Medikament den PSA-Test zum Nachweis eines Prostatakarzinoms verfälscht. Schwangere dürfen die Tabletten nicht einmal anfassen: Der Wirkstoff könnte in die Haut eindringen udn das Ungeborene schädigen.

 

Minoxidil
Der Wirkstoff Minoxidil fördert Wachstumsfaktoren und der Erhalt der das Haar versorgemdem Blutgefäße. Als Flüssigkeit zweimal täglich auf die betroffenen Areale geträufelt, kann es Haarausfall verlangsamen und neuen  Haarwuchs- häufig nur Flaumhaar- anregen. Als Nebenwirkungen werden gelegentlich trockene Haut und Juckreiz festgestellt. Bisher ist Minoxidil als Haarwuchsmittel in Deutschland nur für Männer zugelassen. Mit einer schriftlichen Einverständniserklärung verordnen Ärzte Minoxidil- empfohlen wird eine 2-% Lösung- aber auch Frauen, mit Finasterid anwenden, da beide Wirkmechanismen unterschiedliche Ansatzpunkte haben. Eindeutig nachgewiesen ist eine verbesserte Wirkung allerdings nicht. 

Zuerst muss der Hautarzt feststellen, ob als URsache des Haarverlusts wirklich die androgenetische Alopezie infrage kommt. Nachdem der Arzt ein Medikament verordnet hat, heißt  es geduldig sein: Sichtbare Erfolge sind erst nach drei bis sechs Monaten zu erwarten. Wenn allerdings nach zwölf Monaten noch immer keine Besserung eintrifft, ist von diesem Medikament keine Hilfe zu erwarten. Während Männer Behandlungkosten aus eigener Tasche zahlen müssen, übernehmend das bei Frauen in der Regel die Kassen.

 

Warten auf die Gentherapie
Weltweit wird derzeit an der Entwiklung weiterer 5-alpha-Reduktasehemmer gearbeitet. Viel versprechender Kandidat ist der Wirkstoff Dutasterid, der nicht nur das Typ-II-Enzym, sondern auch das Typ-I-Enzym in seiner Aktivität hemmt.  

Besser als nur die Symptome zu bekämpfen, wäre es natürlich, das Übel an der Wurzel, das heißt an den verantwortlichen Genen zu packen. Über die ist bisher sehr wenig bekannt. An der Düsseldorfer Uniklinik ist man ihnen jetzt mit einer Studie an auf der Spur. ,,Wenn diese Gene erst identifiziert sind, dann könnte es auch bald eine Gentherapie gegen Haarausfall geben", ist Roland Kruse, der Leiter der Studie, überzeugt.

 

Picnik-Collage 

Veröffentlicht in Tipps .

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Lukas 12/03/2012 12:00

Da es bis jetzt noch keine vernünftige Gentherapie gibt, bleibt mir wohl nur noch eine Haartransplantation. Mein Vater hatte auch sehr starken Haarausfall und trägt nun eine Glatze. Ich (26) kann
mir das aber nicht so richtig vorstellen, mit einer Glatze herumzulaufen. Habe mir jetzt schon einen Termin bei http://www.ifue-haartransplantation.de geben lassen. Ich hoffe, das die
Haartransplanation ohne Komplikationen veräuft.