[Basic] »Beauty-Chirurgie
Immer mehr Frauen spielen mit dem Gedanken, sich unters Messer zu legen. Nämlich dann, wenn Make-up und Anti-Aging-Cremes nicht mehr so richtig Wirkung zeigen und wir uns in Schönheitskonkurrenzen haben verwickeln lassen. Frauen wollen nun mal begehrenswert und attraktiv erscheinen. Aber meist muss es nicht gleich das Skalpell sein, um dem jugendlichen Glück ein wenig nachzuhelfen.
REALITY-CHECK
Ob man den Schnippel- und Injektionstrend nun kritisiert oder gutheißt- die Methoden und Mögichkeiten der Schönheitschirurgie werden immer wirkungsvoller und ausgefeilter. Allerdings sollte jede Aktion, die über ein Peeling hinausgeht, mit Bedacht gewählt und nur vonn einem Facharzt ausgeführt werden, der genau über den Prozess, die Risiken und die Heilungsphase aufklärt.
Jede Frau, die einen schönheitschirurgischen Eingriff erwägt, sollte zunächst einen Reality-Check machen. Wichtig ist die nüchterne, ehrliche Einschätzung des Problems, das man beheben möchte, und der Grad der Änderung, den man sich erhofft. Bestimmte Prozeduren gewährleisten nur oberflächliche Erfolge. Und weil sie zudem oftmls nicht sehr lange anhalten, müssen die Eingriffe ständig wiederholt werden, was zu einer finanziellen Beladung fühern kann. Andererseits sind einschneidende Veränderungen zumeist sehr radikal.
GOLDENER SCHNITT
,,Mit kleinen Mitteln große Veränderungen erzielen, das geht leider gar nicht", sagt Dr. Bernhard Brinkmann, Facharzt für Kiefer und Plastische Gesichtschirurgie. ,,Die einzige Methode, um ein Gesicht wirklich wieder in die ursprüngliche Form zu bekommen, ist ein Facelift." Der neuste Trend sind so genannte Volumeric Facelifts, bei denen man nicht nur Hawut und Muskeln strafft, sondern zusätzlich versucht, abgesackte Fettpolster an den richtigen Stellen zu platzieren, damit das Gesicht wieder weiche Konturen erhält.
Für alle anderen Schönheitsarbeiten- Mundfältchen tilgen oder Hängelider lüpfen- gibt es zahlreiche Alternativen. Ein guter Facharzt erfasst zunächst das Wesen der Hautalterung, stellt fest, wie und wo die Falten einstehen, und wählt nach dieser Analyse ein entsprechendes Verfahren. Dr. Brinkmann: ,,Falten kann man füllen, abschleifen, wegziehen, herausschneiden oder mittels Lähmung der Muskulatur beseitigen."
Dabei berücksichtigt der Fachmann nicht nur die Oberfläche des Gesichts, sondern seinen komplexen Aufbau und das Wechselspiel aller beteiligter Aspekte. Bei einer klassischen Schlupflidoperation zum Beispiel kann der Effekt gleich null sein, wenn der Patient weiterhin ständig die Stirn runzelt, um möglicherweise besser sehen zu können. Wei ldie einstige permantente Anspannung der Stirn nach der Operation nachlässt, wird der OP-Effekt zunichte gemacht. In einem solchen Fall könnte man ein endoskopisches Stirnlifting erwägen, bei dem Lider, Brauen und Stirn zugleich angehoben werden.
TIEFENPEELINGS
Überall in den Medien werden tiefenschälkuren mit Trichloressigsäure angeraten. Dr. Brinkmann wurde dazu befragt. Sein Kommentar: ,,Ein Peeling mit hochprozentigen Säuren ist nicht ungefährlich. Geepeelt wird nämlich bis in die obere Schicht der Lederhaut, also ziemlich tief. Der Effekt dabei ist, dass die Haut ähnlich gestrafft wird wie bei einem Lifting, weil eine Neubildung von Kollagenfasern ausgelöst wird. DAs geht oftmals jedoch nicht ohne Risiko ab. Nässende Wunden, Schmerzen, Rötungen, wochenlange Schwelllungen und eine große Empfindlichkeit der Haut gegen UV-Strahlen sind keine Seltenheit."
Sanfter sind Vitamin-A-Säure-Peelings: Im Unterschied zu Kosmetikerinnen- sie dürfen nur Produkte mit einem Säurengehalt bis zu fünf % verwenden- können Ärzte mit Fruchtsäuren in einer 50- bis 70-prozentigen Konzentration arbeiten. Dosis und Dauer des Peelings werden individuell abgestimmt, doch acht Sitzungen sind mindestens nötig.
PIEK-FEIN
Unnterspritzungen von Falten sind mittlerweile fast so en vogue und selbstverständlich wie der Gang zum Friseur. Auch hier warnt Dr. Brinkmann vor Experimenten. Als sichere Alternativen zu Kollagenunterspritzungen, die eine erhöhte Allergiegefahr in sich tragen, gelten Unterspritzungen mit Hyaluronsäure odeer Eigenfett, das aus Po, Hüfte oder Bauch entnommen wird, sind dagegen eher aufwändig, weil beim ersten Eingriff nur selten das gewünschte Ergebnis zustande kommt.
GIFTSPRITZE
In Amerika gibt es schon eine ganze Botox-Generation; und auch hierzulande setzt sich der Trend durch, seine Stirnfalten mittels eines Giftes glätten zu lassen: Botox, gewonnen aus einem Bakterium, das eigentlich Nahtrungsmittelvergilftungen auslöst, blockiert die Nervensignake des Muskels, der stillgelegt werden soll. Dadurch werden Stirnkrausen oder Mundfältelungen lahmgelegt. Eine Botox-Injektion hält maximal sechs Monate und ist allgemein gut verträglich. Gefahr: Wenn die falschen Muskeln getroffen werden, kann es beispielsweise vorübergehend zu einem ,,Hänggelid-Effekt" kommen.
BODY-COUTURE
Die tumeszenz-Lokalanösthesie (TLA) ist die am häufigsten praktizierte MEthode zur Vorbereitung einer Liposuktion, einer Fettabsaugung. Diese Methode von Dr. Gerhard Sattler ust zum Beispiel geeignet um ,,Reiterhosen" loszuwerden, die öftmals erblich bedingt und durch keine Diöt der Welt wegzukriegen sind. In die zu behandelnden Stellen wird eine Kochsalzlösung in Verbindung mit einem Lokalanästhetikum eingespritzt. Dadurch pumpen sich die Fettzellen auf und haben sich in der Folge vom Gewebe ab. Mit Hilfe von in Vibrationen versetzten Kanülen, die unterschiedlich lang und dick sind und entsprechend der Problemzone in einer bestimmtem Anzahl angeordnet sind, wird nun das Gett herausgeleitet, ohne Verletzungen im Unterhautgewebe herbeiführen. Langzeitstudien belgen, dass der erreichte Effekt endgültig ist. Cellulite lässt sich dagegen mit einer Liposuktion kaum beseiutigen, da Orangenhaut nicht allein von Fettdepots abhängt, sondern hormonell beeinflusst wird. Eher sind Lymphdrainagen zu empfehlen.
LASERN ODER LASSEN?
Operieren, ohne zu schneiden, nur mir einem Lichtstrahl gebündelter Energie? Dieses Superkalpell gibt es längst: den Laser. Überall wird die ,,Wunderwaffe" inzwischen erfolgreich eingesetzt. Sie kann Gewebe verbrennen, verdampfen, abtragen und sogar auch feine Schnitte machen. Der Laser kann aber auch Gewebe endgültig zerstören, wenn Örzte beispielsweise nicht ausreichend Erfahrung mit dem GErät besitzen.
Ein erprobtes, aber nicht ganz risikofreies Verfahren: das Verdampfen der oberen Hautschichten durch den ultragepulsten Co2-Laser. Sonnenbedingte Knitterfältchen, Stirn- und Oberlippenfalten, die ein normales Gesichtslifting nciht erreichen, können damit verschwinden, ebenso wie Aknearben. Mimikfalten werden jedoch auf Dauer lediglich gemildert.
Gegenüber dem Verfahren der Dermabersion, als dem mechanischen Abschliiefen der oberen Hautschichten, sund beim Laser Infektionnen und Narben seltener. Der Effekt hält etwa fünf Jahre. DAs Gesicht ist nach dem Eingriff mindestens zwei Wochen lang geschwollen und gerötet. Die Patieentinnen müssen drei Monate lang das Sonnenlichth meiden, die faltenglättende Wirkung zeigt sich erst nach sechs bis acht Wochen.
Frau Feuermalen gibt der Laser inzwischen als beste Methode, bei Pigmentflecken ist er nur dann zu empfehlen, wenn diese eher unauffällig sind. Muttermale sollten mit herkömmlichen chirurgischen Methoden behandelt werden, weil das entfernte Material untersucht werden muss.