Haare gut, alles gut
Manchmal ist Mutter Natur ausgesprochen unfair: Wenn die natürliche Kopfbedeckung zu dünn, zu glatt, zu gekräuselt oder gar zu früh ausfällt, werden Haare zum strapazierten Thema.
Shampoo: Checkliste für die Kopfwäsche
Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Haare schon bald nach der Wäsche nicht mehr richtig sitzen. Eigentlich kaum verständlich, denn in den übervollen Regalen stehen schließlich Shampoos für jeden Fall: geschädigtes Haar, gestresstes, feines, leicht fettendes, mit und ohne Spliss, gefärbt und von der Sonne gebleibt. Nicht umsonst prüft STIFTUNG WARENTEST in regelmäßigen Abständen Haarshampoos. Trotzdem kann es im Einzelfall vorkommen, dass ihr selbst mitz den Testsiegern nicht glücklich werdet- ein Problem individueller Verträglichkeit, das generell für viele Kosmetikprodukte gilt. Mit anderen worten: Ein gutes Shampoo ist nicht für jeden ideal. Und so checkt ihr, was euer Shampoo leistet:
•Nach der W'sche sollte der Kamm m[helos durch Haar gleiten. Es sollte geschmeidig sein und gl'nyen, und ywar nass wie trocken.
•Das Haar darf sich nicht statisch aufladen, also nicht fliegen.
•Das Volumen des frisch gewaschenen Schops sollte etwas zunehmen, die Haare nicht durch zu viele Pflegestoffe belastet traurig hängen.
•Schaum ist oft auch f[r die Optik. {ber die Qualit't des Shampoos sagt seine Menge erst einmal nicht viel.
Pflegeprodukte: Schönheit von außen
Des Menschen liebster Kopfschmuck ist nichts weiter als eine Ansammlung von toten Hornfäden. Und die bleiben so, wie sie aus der Haut herausgewachsen sind- nichts kann sie noch von innen stärken, was auch immer die Werbung verspricht. Aber äußerlich lässt sich eine Menge tun. Hilfen sind im Wesentlichen Konzentrationen in verschiedenen Produkten stecken:
•Auch Shampoos uns sogar Intensivkönungen enthalten Pflegezusatz.
•Pflegespülungen nach dem Waschen sollen die Kämmbarkeit verbessern, die gespreizten Haarschuppen wieder anlegen, durch Konditioniermittel zu mehr Fülle und Glanz verhelfen.
•Haarkuren bewirken im Prinzip dasselbe, aber anhaltender. Und sie bleiben auch länger auf dem Haar.
•Two-in-one-Shampoos erledigen Waschen und Pflegen in einem Aufwasch.
Haarausfall: Nur in großen Mengen ein Problem
Eure Haare fallen aus? Dann zählt ruhig. Solange ihr täglich 50 bis 100 Haare im Abflusssieb findet, ist das ganz normal. Für höheren Haarverlust gibt es- meist vorübergehende- Ursachen wie Krankheiten oder bestimmte Medikamente. Vor allem aber sind es Hormone, die die Produktion der Haarzellen beeinflussen. Männer leiden stärker unter Haarausfall als Frauen, und die wiederum haben in der Schwangerschaft einen dichteren Schopf- mit der Folge von vermehrtem Haarausfall nach der Geburt.
TIPP
Hält erhöhter Haarausfall an, ist ärztliche Hilffe sinnvoll (Hautärzte, Gynäkologen, Hormonspezialisten).
Tägliche Haarewäsche: Pro und Contra
Die meisten tun es zwei- bis dreimal pro Woche, andere nur einmal alle sieben Tage. Immer mehr aber halten ihren Kopf täglich beim morgendlichen Duschen mit unter die Bruase- und manchmal gleich auch noch abends nach dem Sport. Experten sehen das mit gemischten Gefühlen.
•Einerseits kann jeee Wäsche die Haare belasten. Nass sind sie empfindlicher, die schützende Schuppenschicht öffnet sich, das Haat quillt auf, wird sogar ein bisschen dehnbarer und leichter formbar, was man für Wellen nutzt.
•Andersrum ist nicht erwiesen, dass häufiges Waschen die Talgdrüsen anregt und die Haare schneller nachfetten. Für die tägliche Wäsche spricht auch, dass sich manche Haare sonst morgens nicht beschädigen lassen.
TIPP
Wascht ihr, so oft euch danach zumute ist. Für leicht fettendes Haar gibt es Shampoos, die zwar nicht die Fettproduktion vermindern, aber weniger pflegende, rückfettende Zusätze enthalten. Gut möglich auch, dass ihr bei solchen Haaren mit einem simplen Duschbad auf dem Kopf hinkommen. Die Grundrezeptur ist nicht so viel aners als die von Shampoos: rund 80% Wasser plus waschaktive und pflegende Substanzen.
Stylingprodukte: Schäume, Gele, Sprays
Es ist ein Balanceakt: Damit die Haare gepflegt glänzen, muss ihre Oberfläche möglichst glatt sein; damit die Frisur aber lange hält, brauch das Haar Stand. Und den bekommt es- außer durch einen guten Schnitt- durch eine gewisse Rauigkeit. Dazu kommt das Eigenleben der Haare: fein und glatt oder kräftig mit Naturkrause, troken oder schnell fettend. Dass das Haar so wächst, wie es wächst, lässt sich nicht ändern, nur kosmetisch korregieren. Dazu hat sich die Hexenküche der Kosmetik einiges einfallen lassen: Sprays, Gele, Lacke, fetigende Schäume und anderes mehr.
TIPP
Steckt eure Erwartungen nicht zu hoch. Die äußerlich aufgebrachte Festigkeit hat ihre Grenzen. Probiert es also ruhig erst einmal mit billigeren Sprays, Gelen oder Lacken. Und falls euch fliegende Haare beruhigen wollen, könnt ihr es vorerst mit einer Allzweckcreme probieren, die ihr wie Gel fein auf den Handflächen verteilt haben.
Spliss und Bruch: So meidet ihr Haarspaltereien
Meist ist es nur ein Rechenexempel, wann sich die Haarspitzen aufdröseln. Spliss heißt das ärgerliche Phänomen, das mehr oder weniger zwangsläufig entsteht. Denn am Anfang ist das Haar in der Regel gesund. Wenn es aus der Kopfhaut kommt, sind die Schuppen geschlossen. Doch dann bekommen die Haare Stress von außen: heftiges Kömmen, intensives Trockenrubbeln, heißes Föhnen, Dauerwellen und Färben, Sonne und Salzwasser. Das alles greift die umhüllende Schutzschicht an: Die Kittsubstanz zwischen den Schuppen löst sich, die Haare werden poröser, lassen sich schwerer kämmen, brechen vielleicht.
Rechnet selbst: Wenn das Haar etwa einen Zentimeter pro Monat wächst, dann ist mittellanges Haar an den Spitzen zwei bis zweieinhalb Jahre alt. In dieser Zeit wurde es gut und gerne 250-mal gewaschen, hat vielleicht 20 Intensivkönungen hinter sich und zwei bis drei Sommer mit viel Sonne und Salzwasser.
TIPP
Da hilft nur, die Spitzen zu schneiden und die Haare zu schonen. Meidet Sonne, Dauerwellen, aufhellende Produkte. Am schonendsten trocknet das Haar an der Luft. Zu heiße Haartrocknet und Lockenstäbe schädigen das Äußere. Häufiges Kämmen tut nicht gut, vor allem, wenn enge Zinken ziepen. Nehmt ein mildes Shampoo, auch Kindershampoos sind für Erwachsene okay. Wichtig: Nur kurz mit kleiner Menge shampoonieren, fünfmal so lange ausspülen.