Hautkrebs: Später Protest.
Vom aluten Sonnenbrand erholt sich die Haut nach wenigen Tagen, von dem Zellschäden in den tieferen Schichten manchmal nicht. Hautkrebs entsteht meist durch falsches Verhalten in der Sonne. Frühzeitig entdeckt, ist die Krankheit fast immer heilbar.
Bei Sonnenbrand ist die Haut nachtragend. Offensichtlich verbucht sie jeden Strahl, der ihr Gewebe irgendwann einmal geschädigt hat, auf einem Schlechte-Punkte-Konto. Ist es überzogen, können sich selbst drei Jahrzehnte nach einer Verbrennungnoch Tumoren auf der betroffenen Hautpartie bilden. Von den rund 100 000 Hautkrebserkrankungen, die das Deutsche Grüne Kreuz jährlich in Deutschland registriert, endet etwa jede 65. tödlich. Die meisten Fälle wören vermeidbar, denn fast immer provoziert falsches Verhalten in der Sonne den Hautkrebs: Manche nehmen zu intensive Bräunungsbäder unter freiem Himmel, andere vergessen den Sonnenschutz oder wiegen sich wegen ihres bronzefarbenen Teins in falscher Sicherheit. Das betrifft uzm beispiel Menschen, die sich regelmäßig in die pralle Sonne legen, oder Straßenarbeiter und Seeleute, die ofr nur spärlich bekleidet unter freiem Himmel arbeiten,. Nicht nur die Zahl intensiver Sonnenbäder ist gefährlich, auch die Menge der UV-Strahlung im Leben insgesamt ist von Bedeutung, selbst wenn es nie zum Sonnenbrand kam.
Gefährliche Tumoren können entstehen, wenn zu viele UV-Strahlen des Sonnenlichts in die Haut eindringen. Denn bei jeder Sonneneinstrahlung greifen die Strahlen die Zellkerne in der Basalschicht der Oberhaut an. Im Normalfall setzten jetzt Selbstheilungskräfte der Zellen ein, die so genannten Repairmechanismen. werden diese zu häufig beansprucht, tritt eine Überforderung ein, sie reagieren nicht mehr zuverlässig. Die geschädigten, nicht reparierten Zellen geben dann bei ihrer Teilung falsche Informationen an ihre Tochterzelle weiter, was zu Zellmutationen, vorzeitiger Hautalterung, Krebsvoerstufen (Präkanzerosen) und im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen kann.
Freie Radikale
An der Zellschädigung sind auch so genannte freie Radikale beteiligt, sehr kurzlebige, aber äußerst reaktions- und vermehrungsfreudige Sauerstoffverbindungen, die sich unter UV-Strahlung heranbilden. Generell gilt: Je öfter die hauteigene Immunabwehr gerufen wird, desto größer ist das Risiko ihrer Überforderung. Deshalb solltet ihr jede zu intensive Sonnenbestrahlung vermeiden. Das gilt für das natürliche Licht ebenso wie fpr die Kunstsinne im Solarium.
Besonders empfindlich für Schädigungen sind Kinder, weil sie die Sonne noch nicht instinktiv meiden und die intensiven Strahlen beim Spiel unterschätzen. Außerdem lösst die Haut von Kindern und Jugendlichen mehr Sonnenstrahlen durch als die von Erwachsenen. Experten der American Academy of Dermatology in Washington schätzen, dass etwa 80 % der späteren Tumorbildungen vor dem 18. Lebensjahr angelegt werden.
Es werden in der Medizin drei Hautkrebsarten unterschieden:
• Spinaliom (Stachelzellkrebs): Diese Krebsart entsteht meist an Folge jahrelanger sonnenbestrahlung an Stellen, die dem Licht besonders ausgesetzt waren (Kopf, Schultern und Handrücken). Deutliche Vorstufen sind Horn- und Schuppenauflagerungen auf der Haut. Im Frühstadium können Spinaliome erfolgreich behandelt werden. Unbehandelt sind sie in der Lage, Tochtergeschwüre (Metastasen) auszubilden.
•Basaliom (Basalzellkrebs): Diese Tumoren wachsen besonders im Bereich von Nase und Wangen. Unbehandelt können sie sehr groß werden. Die Heilungschancen dieser häuftigsten Hautkrebsart sind gut, da Basaliome selten Tochtergescgwülste ausbilden.
•Malignes Melanom (schwarzerr Hautkrebs): Dieser Tumor entsteht aus den pigmentbildenden Zellen der Pberhaut. In rund 50 % der Fälle wächst der schwarze Hautkrebs auf normaler Hautm sonst bildet er sich aus bestehenden oder neuen Muttermalen. Hier sind direkte Zusammenhänge zwischen UV-Bestrahlung und Entstehung noch nicht eindeutig geklärt: Melanome treten auch an Körperstellen auf, die vor er Sonne gut versteckt sind. Experten vermuten dennoch, dass dieser Krebs voer allem durch kurze, intensive Bestrahlung- zum Beispiel durch das erste ,,Grillen" am Strand- entsteht.
Melanome sind im Vergleich zu den beiden anderen Krebsarten zwar selten, aber fpr 90 % der Todesfälle verantwortlich. Betroffen sind meist Menschen über 50 Jahre, doch erkranken immer häufiger unter 30-jährige. Der schwarze Hautkrebs gehört zu den bösartigsten Karzinomen überhaupt, da er schon frühzeitig über das Lymphsystem und die Blutbahn unheilbare Mentastasen ausschickt.
Jeden Verdacht prüfen
Rechtzeitig erkannt, ist fast jeder Hautkrebs heilbar. Selbst ein frühes malignes Melanom kann mit einem kleinen Sicherheitsabstand entfernt werden, wenn es weniger als einen Millimeter dick ist. Je tiefer die Tumorzellen allerdings in die Lederhaut eiondringen, umso höher das Risiko der Metastasenbildung. Prüft am besten Muttermale, Hautgewächse und -veränderungen nach der ABCDE-Regel. Geht sofort zum Arzt, sobald ihr einen Veradacht habt. Die Kosten für eine reine Vorsorgenuntersuchung- etwa 20- 30 €- übernehmen die meisten Krankenkassen allerdings nicht mehr:
A wie Asymmetrie: Das Mal hat eine unregelmäßige Form.
B wie Begrenzung: Das Mal schein an den Rändern auszulaufen.
C wie Colour: Das Mal verändert seine Farbe oder verfärbt sich unregelmäßig.
D wie Durchmesser: Das Mal ist schoon größer als 5 Millimeter.
E wie Erhabenheit: Das Mal hat eine höckerige Oberfläche.
Hautveränderungen können gefährlich sein, wenn sie jucken, bluten und selbst nach etwa sechs Wochen nicht abheilen. Auch törliche Stellen, die sich rau und schuppig anfühlen, sind manchmal Krebsvorboten.
TIPP
VERGESST NICHT, VERSTECKTE KÖRPERSTELLEN UNTER DIE LUPE ZU NEHMEN, ZUM BEISPIEL DIE LÜCKEN ZWISCHEN ZEHEN UND FINGERN SOWIE FUßSOHLEN, OHRLÄPPCHEN UND KOPFHAUT.
