[Makelloser Pfirsichteint] »Pflegeprogramm nach Maß
Es gibt zwei Lebensphasen, in denen Frauen besondern gern nach einer Gesichtspflege greifen: im Alter zwischen 17 und 34 sowie zwischen 45 und 54. Wie auch immer- der Master-Plan lautet, dass die Pflege individuell maßgeschneidet sein muss.
TYPSACHE TEINT
Wie reichhaltig der Teint gepampert werden sollte, das ist in erster Linie eine Frage des Hauttyps. Neuerdings gibt es einen Minicomputer, der bei einem schnellen Check anzeigt, ob die Haut Fett oder Feuchtigkeit braucht (,,Pera Skin Care Analyzer" von Tanita). Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann seinen Hauttyp vom Dermatologen testen lassen. Es geht aber auch so: Morgens die Haut nur sanft reinigen und bis zum Nachmittag ,,nackt" lassen und sehen, wie sie reagiert:
•Trockene Haut neigt zu Spannungsgefühlen, ist feuchtigkeitsarm, zart und feinporig. Feuchtigkeitsbindende Substanzen (z.B. Urea, Aloe Vera) sind ein Muss; nachts und im Winter braucht sie mehr Fett.
•Normale Haut ist rossig, frei von Unreinheiten und Spannungsgefühlen. Fett und Feuchtigkeit sind in Balance. UV-Schutz, die Vitamine A und C sowie ein wöchtenliches Peeling sind ausreichend.
•Empfindliche Haut neigt zu Rötungen und Irritationen. Das Sensibelchen braucht viel Schutz; ebenso sollte die Pflege wenig Inhaltsstoffe enthalten, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen. Auch mit Peelings vorsichtig umgehen.
•Fettige Haut produziert zu viel Talg und Fettsäuren; Pusteln, Pickel, Mittesser und Glanz entsteht. Ölige Haut sollte zwar sanft entfettet werden, braucht aber dennoch jede Menge Feuchtigkeit, um straff und glatt auszusehen. Feuchtigkeitsarme und zugleich fettige Haut (erkennbar am Spannungsgefühl) benötigt leichte Hydrogeld bzw. fettfreie Feuchtigkeitsfluids.
ZEITSTRATEGIEN
Der Zustand der Haut wird durch Gene, Umwelt und Lifestyle, aber auch durch das Alter bestimmt. Zu unterschiedlichen Zeiten kann der Teint unterschiedliche Ansprüche haben. Und braucht deshalb andere Produkte.
DIE HAUT MIT 20. . .
Ist in der Regel frisch und prall, hat einen rosigen Schimmer und elastisches Gewebe.Ab etwa 25 beginnt der Organismus, die Produktion von Kollagen, Elastin und Talg zu drosseln. Nach und nach verliert die Haut die Fähigkeit, Feuchtigkeit zu bilden. Jetzt werden die Weichen gestellt, denn Teint so lange wie möglich jung zu halten. Die beste Garantie, um das Altern hinauszuzögern: Keine Sonnenbäder nehmen und immer UV-Schutz auftragen! Feuchtigkeit tut gut, auch öliger Haut. Trick: Abends in die Creme etwas Selbstbräuner mischen.
DIE HAUT MIT 30. . .
Produziert 30 % weniger Fett, die Zellenerneuerung verlangsamt sich- statt 28 Tage dauert es jetzt 40 Tage. Ausreichernd Schlaf ist fürt die Regeneration deshalb besonders wichtig. Pflichprogramm: Feuchtigkeitspflege mit Antioxidantien und Uv-Filter; eine augencreme üfr die ersten Fältchen; abends eine regenerierende Nachtcreme mit vitaminen und/oder Enzymen benutzen und zweimal wöchtenlich ein supersanftes Peeling. In Stressphasen unbedingt entspannende und feuchtigkeitsbindende Augen- und Gesichtsmasken auftragen.
DIE HAUT MIT 40. . .
Braucht eine Plus an Pflege! Schützen, reparieren und die Energieproduktion der Zellen anregen- das sollte Kosmetik nun leisten. Denn die Kittsubstanz (Ceramide) zwischen den Zellen nimmt rapide ab, die hornschicht wird mürbe, Irritationen (wie Couperose) können zunehmen und Fältchen graben sich imemr tiefer rein. Jetzt gefragt: eine Tages- und Nachtpflege mit Anti-Aging-Wirkstoffen (energiespendendes Q-10, stimulierende Proteine, Antioxidantien, Retinol). Nährende Lifting-Seren oder Ampullen tun ebenfalls gut.
DIE HAUT AB 50. . .
Verliert an Dichte und Elastizität, weil sich das Kollagen immer wieder abbaut. In der Folge werden die Konturen schlaffer. Über 60 % aller Frauen haben in diesem Alter Nasolabialfalten. Pflege-Musts: Anti-Aging-Produkte mit Liposomen oder Nanosphören, die Wirkstoffe in tiefere Hautschichten einschleusen können, Fruchtsäuren oder Retinol (bleichen Pigmentflecke und lassen fahle Haut frischer wirken), nährende Stoffe wie Weizenkeimöl, dessen hoher anteil an ungesättigten Fettsäuren kaputte Zellwände klitten kann.
DAS ,,S"-GEHEIMNIS
Der größte Beauty-Killer ist Stress. 90% der Symptome einer müden Haut sind hausgemacht. Sagen Forscher:
In Taipeh, taiwans Hauptstadt, sind die Frauen nahezu porentief glücklich- ,,Nur" 62,8% hadern mit ihrer Haut. Überall woanders auf der Welt sieht's düster aus: Am frustiertesten über ihren Teint ist die Pariserin (95%), gefolgt von der Mailänderin (93%), der New Yorkerin (88%) und der Münchnerin(86%). die Hautursache dafür, so fand das japanische Forschungsinstitut der Kosmetikfirma Shiseido heraus, liegt im Stress begründet. Wir lernen: Der individuelle LEbenstill ist Auslöser für die Destabiliesierung der Haut, weniger die genetische Disposition. Zu fast 90% tritt die frühzeitige Alterung durch die Attacke freier Radikale und UV-Strahlen ein! Das bedeutet: Genau gegen diese 90% lässt sich etwas tun. Die Wohtäter sind dabei die vier ,,S"- Sonnenschutz,Schlaf, Sport und Sex- sowie eine milde Reinigung und der richte Fett-/ Feuchtigkeitsgehalt bei Pflegeprodukten.
BUTTER BEI DIE FISCHE!
Die Gretchenfrage: Kann Kosmetik wirklich bewirken, was die Werbung oft verspricht? Antwort: theroetisch schon. Praktissch eher ein Ja mit tendent zu einem fröhlichen ,,No wayn, José!". Keine Kosmetik der Welt von zauberhand verschwinden lassen. Würde Kosmetik dergestalt in den Organismus eingreifen (können), müsste sie als Medizin deklariert werden und fiele somit unter das Arzneimittelgesetzt (wie z.B. verschreibungpflichtige hormoncremes).
Weitere Wahrheiten:
•Es gint in der Kosmetik wunderbare Stoffe, wie etwas Solokone, die äußerlich einen aufbaueffekt vorgaukeln, die Hautpberfläche polstern, zugleich aber nichts ,,Verschönerndes" auf Zellebene bewirken können.
•Wenn man in test liest, dass bewiesen wurde, ein bestimmter Wirkstoff könne die Faltentiefe umm, 50 % reduzieren, so wird die entsprechende Kosmetikfirma gewiss nicht lügen. MAn bedenke aber: Bei einer Epidermisdicke von 0,2 Millimeter sind 0,1 Millimeter kaun augenscheinlich.
•Wirkstoffe müssen von ihrer Molekularstruktur her so winzig sein, dass sie tatsächlich in die Haut wandern können. Ölmoleküle sind beispielsweise zu groß dafür.
•Die Haut kann für Wirkstoffe kein Depot anlegen. Hyaluronsäure z.B. wird nur circa sechs Stunden gespeichert; deshalb muss man dererlei Produkte morgens und abends anwenden.
•Kosmetik wirkt nur so lange, wie man sie benutzt. Sie hat keinen Heileffekt wie eine Arznei. Stoppt man das PRodukt, stellt sich der ursprüngliche Zustand wieder ein.
HOCHPROZENTIG ?
Wenn der Prozentanteil der Wirkstoffe nicht auf der Packung steht oder im Beipackzettel- wir werden es wohl nie erfahren, wie viel von den Supersubstanzen in der Creme ist. Logisch, dass Vitramin C als hochprozentiger zusatz (etwa 10 %) anders wirkt als eine homöopathische Dosis davon. Sicher ist nur eines: Die Inhaltsstoffe, von denen am meisten im Produkt vorhanden sind, stehen am Anfang der Liste. JE weiter ein Wirkstoff am Ende verzeichnet ist, desto weniger ist von ihm enthalten.-
CHECKLISTE
Für euren nächsten Shopping-Trip- damit Kosmetika wirklich wirken, solltet ihr:
• eine Trägersubstanz enthalten, die die Inhaltsstoffe tatsächlich zu einen hohen Prozentsatz in tiefere Hautschichten transporitert (z.B. Siposome, Nanosphären).
•die eigene Feuchtigkeitsproduktion der Haut nicht unterdrücken, sodass man sie eincremen muss. Fachkosmetikerin Ute Braack: ,,Gönnen Sie der Haut ab und zu einen freien Tag oder eine Nacht ohne Creme. Das hilft gegen Überfütterung, unterstützt den Entgiftungsprozess und trainiert den Teint".
• schnell einziehen, keinen Film hinterlassen und im Bereich der Oberhaut nicht zu einer Verklebung der Kollagene führen.
•antioxidantive Kapazitäten besitzen, die in die Zellen gelangen.
•die Fiboroblasen anregen, sich zu vermehren, und die Kollagenbildung stimulieren. ,,Bei diesem Aspekt", so der Anti-Aging-Experte Dr. Michael Klentze, ,,hört die Wirkung normaler Kosmetik meist auf, denn azu benötigt man Hormone."
TIPP
FÜR ROTBÄCKCHEN
•Kaffee, Nikotin, Alkohol, zucker und scharfe Speisen sind für Couperose (rote gedehnte Äderchen) so zuträglich wie Schokolade für Zahnweh. hirse, Rutin und Bindegewebsmassagen sind hingegen Liebeserklärungen an die Haut.
•Beruhigend und gefäßverengend wirken auch Kompressen aus Malvenblüten (zwei Esslöffel auf eine Tasser Wasser aufbrühen, die Blüten abgekühlt auflegen) sowie nach unseren eigenen Erfahrungen die ,,Hautkur Sensitiv" von Dr. Hauschka, die man einen Hauterneuerungszyklus lang- also mindestens 28 Tage- benutzt.
•'Wenn alles nichts nützt: Die roten Äderchen mit einem Laser beseitigen lassen. Dewrmatologen verwenden Versapulse-KTP-Laser (ziept ein wenig) oder gepulste Farbstoffe-Laser (kann unter Umständen blaue Flecken hinterlassen), Preis: Je nach Ausmaß zwischen 100 und 1000€.
