Weiße Zähne: Weiß wie Schnee
Zähne sollten nicht nur gesund sein, sondern auch schön aussehen- vor allem weiß. Das wünschen sich viele. Ich sage euch, was heute machbar ist und worauf ihr achten solltet.
Weg mit dem Gilb: Zahnreihen weiß wie Neuschnee sind nicht mehr allein den Stars und Sternchen aus dem showgeschäft vorbehalten. Jeder kann heutzutage zum perfekten Strahlemann werden- mithilfe der aus den USA kommenden ,, ästhetischen Zahnmedizin". Voraussetzung ist allerdings ein gut gefülltes Portemonnaie. Denn für Zahnbehandlungen, die medizinisch nicht notwendig sind, zahlen die Krankenkassen im Allgemeinen keinen Cent. Viele stört das wenig: Laut einer Emnid-Umfrage sind immerhin 49 % der Deutschen gewilligt, mehr Geld als früher für das Aussehen der Zähne auszugeben.
Bevor man sich in Unkosten stüzet, so viel vorab: Mitteleuropär haben nun einmal keine wirklich weißen Zähne. Ihr ,,Weiß" ist leicht gräulich gelb. Zum blassen Ton der Haut sieht das auch natürlicher aus. Viele Menschen wissen zudem gar nicht, wie weiß ihre eigenen Zähne normalerweiße sind, weil sie sich im Laufe der Jahree durch Pigmentablagerungen, zum Beispiel von Rotwein, Nikotin, Kaffee oder Tee, verfärbt haben. Ehe man sich dazu entschlieißt, seine Zähne künstlich aufhellen zu lassen, ist es sinnvoll, erst einmal zu prüfen, ob das Orginalweiß nicht schon schön genug ist. Dazu verhilft eine prfessionelle Zahnreinigung (Individualprophylaxe), die heute in immer mehr Zahnarztpraxen angeboten wird. Schon dabei wir ein aufhellener Effekt erzielt, der allein mit Zahnbürste und -pasta nur schwer zu erreichen ist, auch nicht mit Weißmacher-Zahnpasten.
Profireinigung
Meist ist es nicht der Zahnarzt selbst, sondern eine spezielle ausgebildete Prophylaxehelferin, die die Zähne mit Ultraschallgerät, besonderen Handinstrumenten und Zahnseide penibel reinigt. Dabei entfernt sie auch die Verfärbungen an der Zahnoberfläche. Im Anschluss werden die Zähne auf Hochglanz poliert. Die etwa einstündige Prophylaxebehandlung, die übrigens nicht nur der Zahnschöönheit, sondern vor allem auch der -gesundheit dient, kostet- je nach Ausswand zwischen 60 und 125 Euro. Ergebnis: Die Zähne glänzen, sind sauber und heller.
Zusätzlich besteht oft die Möglichkeit, mit einem speziellen Plusverstrahlgerät auch noch die letzten hartnäckigen Verfärbungen aus Zahnzwischenräumen ,,wegzusprengen". Bei empfindlichen Zahnhälsen kann das allerdings manchmal unangenehm sein. Kosten pro Kiefer: rund 30 bis 45 Euro.
Jetzt glänzen die Zähne im natürlichen Orginalweiß. Nun knn man sich immer noch entscheiden: Weiter aufhellen- oder reicht es? Wenn es nicht reicht, bietet sich oft das Bleichen an.
Chemisch aufhellen
Beim Bleichen, auch ,,Bleaching" genannt, werden die Zähne chemisch aufgehellt (zum Beispiel mit Carbamid-Peroxid oder Wasserstoffperoxid). In den USA ist das Bleichen schon lange an der Tagesordnung. Und auch hiesige Zahnarztpraxen bieten diese Leistung immer häufiger an. Bleichen ist angesagt, wenn innere Ursachen- zum Beispiel altersbedingt Farbveränderungen oder die einnahme spezieller Medikamente- für die störenden Schmelzverfärbungen verantwortlich sind.
Neben Bleaching-Methoden mit vergleichsweise hochdosierten Bleichmitteln, die ausschließlich in der Praxis durchgeführt werden, bieten Zahnärzte häufig auch das ,,Home-Bleaching" an:
Zuerst wird von den Zöhnen ein Abdruck genommen und anhand dieses Modells eine perfekt sitzende Gebissschiene aus Kunststoff hergestellt. Auf diese Schiene trägt der Patient- nach Anleitung durch den Zahnarzt- den Wirkstoff auf und setzt die dann entweder am Tag oder über Nacht zu Hause ein. Der Wirkstoff durchwandert die Zähne und löst dabei die abgelagerten Farbpigmente aus dem Schmlez heraus. Abhängig von Grad der gewünschten Aufhellung kann die Behandlung zwei bis sechs Wochen dauern und muss vom Zahnarzt kontrolliert werden.
Voraussetzung für das Bleichen ist, dass Zähne und zahnfleisch gesund sind und die aufhellenden Wirkstoffe vertragen. bleiben zum Beispiel Stellen mit Karies unentdeckt, können die chemischen Substanzen in die Zahnstruktur eindringen und sie schädigen.
Die Farbe von Füllungen ändern sich beim Bleichen übringens nicht. Das muss der Zahnarzt im Nachinein möglicherweise korrigieren.
Haltbarkeit
Die Zähne werden beim Bleaching um ein bis zwei Farbtöne heller. Der Effekt hält- je nach Ursache der Verfärbung- ein bis drei Jahre lang und lässt sich meist unkompliziert auffrischen. Für die Behandlung zahlt man pro Kiefer rund 200 Euro. Auich einzelne wurzelbehandelte ,,tote" Zähne können chemisch aufgehellt werden. Dazu füllt der Zahnarzt den Zahn von innen mit dem Bleichmittel. Kosten: etwa 80 Euro.
TIPP
Auf jeden Fall solltet ihr die Finger von freiverkäuflichen Bleichmitteln lassen, die für die Anwendung zu Hause- ohne Kontrolle durch den Zahnarzt- angeboten werden. Sie enthalten zum Teil fragwürdige Inhaltsstoffe in genauso fragwürdiger Dosierung. Auch sind die mitgelieferten Gebissschienen oft nicht ausreichen passgenau.
Nebenwirkungen
Bislang gibt es keine hinweise darauf, dass Bleichsubstanzen Zähnen, Zahnfkleisch und Füllungen schaden- solange die Behandlung unter ärztlicher Kontrolle stattfindet.
Nebenwirkungen bei der Behandlung sind allerdings möglich, zum Beispiel Zahnfleischreizungen oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Zahnhälse. Meist vergehen diese Missempfindungen aber schnell wieder von selbst.
Lieber verzichten
Das Bleichen eignet sich allerdings nicht für jeden und in jedem Fall:
•Menschen mit schweren Krankheiten scheiden als Kandidaten aus.
•Wer allergisch auf Bestandsteile des Bleichmittels oder der Kunststoffschiene reagiert, muss ebenfalls verzichten.
•Ebenso starke Raucher und Tabakkauer, da sie das Rauchen während der gesamten Behandlungen lassen müssten.
•Bei bereits stark zerstörten oder stark gefüllten Zähnen macht die Bleichbehandlung keinen Sinn.
•Wer schon vor dem Bleichen an hypersensiblen Zahnoberflächen leidet, also beispielsweise bereits auf das Polieren der Zähne empfindlich reagiert, sollte lieber aufs Beaching verzichten.
In diesem Fällen sind oft Veneers die Mittel der Wahl.
Veneers
Ein Venner (englisch ,,to veneer" =verblenden) ist eine dünne Keramikbehanbdlung, die individuell hergestellt und durch eine besondere Klebetechnik fest mit der Zahnfront verbunden wird. Mit Veneers lassen sich nicht nur verfärbte Zähne abdecken, sondern auch diverse Zahnfehlstellungen korrigiert. Den Zähnen geht es dabei allerdings an die Substanz. Sie müssen- wenn auch weit weniger als bei Herstellung einer Krone- angeschliffen werden.
Mit Veneers lassen sich superweiße Zahnfronten herstellen, völlig unabhängig von der Ursprungsfarbe der Zähne. Doch Achtung: Die neue Zahnfarbe muss mit den natürlichen Farbtönen des gesichts harmonieren- mit Augen und Haaren, dem Ton der Lippen und der Haut. Lasst euch von eurem Zahnarzt bei der Farbwahl beraten.
Für und wider
Diese Keramikverschalungen empfehlen sich besonders, wenn Bleichmittel aus gesundheitlichen gründen tabu sind oder wenn sich Verfärbungen durch Bleichen nicht ausreichend beeinflussen lassen. Zum Beispiel bei wurzelbehandelten, sehr stark verfärbten Zähnen, die sich nicht mehr besonders häufig chemisch aufhellen lassen.
Wenn ein Zahn in seiner substanz schon zu stark geschädigt ist, kann aber auch ein Veneer nicht mehr helfen.
Fachlich gut gemachte Veneers halten- obwohl nur einen halben Millimeter dünn- jahrelang allen normalen Belastungen stand. Auch auf den Biss in den Apfel muss niemand verzichten. Eine risikogruppe sind allerdings diejenigen, die zu extrem hartem Aufeinanderbeißen, Bleistiftkauen oder nächtlichem Zähneknrischen neigen. Diese angewohnheiten können die ansonten gute Haltbarkeit von veneers beeinträchtigen und den finanziellen Aufwand infrage stellen. Schließlich zahlt man für ein Verneer stolze 600 Euro.
Muss ein Verneer wieder entfernt werden, bleibt aufgrund der stabilen Befestigung kein anderer Weg, als das Keramikschälchen abzuschleifen. Anschließend muss der Zahn allerdings wieder mit einem Verneer oder einer Krone versorgt werden.