Zahnpasta: Auf die Tube gedrückt

Veröffentlicht auf von laavidaahaamburg

Weiß, weißer, superweiß? Es wurden ,,normale" Zahnpasten und solche, die versprechen, den Zähnen ihre ursprüngliche Farbe wiederzugeben. Manchmal schaden Spezialpasten aber mehr, als sie nützen.

 

Sicher, ein strahlend weißes Gebiss ziert jedes Gesicht. Kein Wunder, dass sich viele Menschen relativ teuer Zahnpasten kaufen, die weißere, blitzblanke und fleckenfreie Zähne versprechen. Fragt sich nur, ob es wirklich eine Spezialzahncreme sein muss oder ob die normalen Pasten nicht auch für gesunde, weiße Zähne sorgen können.
wir haben solche Weißmacher und auch klassische Zahncremes getestet. Fazit des Vergleichs: Die besten Putzergebnisse lieferten tatsächlich die beiden Weißmacher-Zahnpasten blend-a-med medicweiss und Colgate Sensation White. Sie sollten aber nur benutzt werden, wenn die Zähne kerngesund sind. Darüber hinaus zeigte sich: Normale Zahncremes müssen sich mit ihrer reinigungskraft nicht hinter den speziellen Weißmachern verstecken.
Im Test waren insgesamt 23 Zahncremes, sieben normale und 16 Spezialprodukte. Keine der Pasten enthält chemische Bleichmittel. Sie entfernen die hartnäckig verfärbten Beläge vor allem mithilfe der eingesetzten Putzkörper.
Oft wird vermutet, dass die Weißmacherpasten zu grob mit den Zähnen umgehen. Dieser Verdacht ist nicht ganz von der Hand zu weisen: Zwar können die Putzkörper gesundem Zahnschmelz wenig anhaben. schließlich ist er die härteste Substanz im menschlichen Körper. Es wurden Abrieb (Abrasivität) aber am emfindlicheren Zahnbein (Dentin) getestet. Und da sah das Ergebnis etwas anders aus. Normalerweise ist dieser Bereich unterhalb des Zahnfleischsaums vor Kontackt mit Zahnpasta geschützt. Bei frei liegenden Zahnhälsen allerdings, zu denen es mit zunehmendem Alter oder als Folge einer Parodontis häufig kommt, liegt das Dentin beziehungsweise das noch weichere Wurzelzement frei. Dann ist es den schmirgelnden Putzkörpern schutzlos ausgeliefert. Gerade die Produkte, die im Test besonders gut Zahnbeläge entfernten, zeigten gleichzeitig einen hohen Abrieb am Dentin. Deshalb sollte man diese Zahnpasten bei vorgeschädigten Zähnen besser nicht benutzen, um die bereits vorhandenen Schäden nicht noch zu verschlimmern.
Zahnmediziner sind sich allerdings heute weitgehend darüber einig, dass der unsachgemäße Gebrach der Zahnbürste eine sehr viel schädlichere Wirkung hat das eine abrasive Zahnpasta. Bei falscher Putztechnik und vor allem bei zu viel Kraft kann auch eine schwach abrasive Zahnpasta nicht vor Putzdefekten schützen.

 

Für Raucher und Teetrinker
Auch wenn alle getesteten Produkte einschließlich der klassischen Zahnpasten Zahnverfärbungen und -flecken mehr oder weniger gründlich entfernen, eins können sie nicht: von Natur aus gelbliche Zähne weißer machen. Im besten Fall wird die ursprüngliche NAturfarbe wieder etwas belebt. 

Das weiße Gebiss á la Hollywood bleibt also ein Traum.
Raucher greifen zu den Weißmacher-Zahnpasten, um gegen die Nikotinverfärbungen ihrer Zähne anzugehen. Tee und Rotweintrinker wollen auf diese Art ihre dunklen Zahnbeläge entfernen.
Verursacher dieser meist bräunlich schwarzen Verfärbungen sind vor allem Pigmente aus NAhrungs- oder Genussmitteln. Dabei hat nicht  jeder starke Raucher automatisch nikotinverfleckte Zähne und auch nicht jedem Teetrinker sieht man sein Lieblingsgetränk an den Zähnen an. Viele individuelle Faktoren spielen bei der Entstehung von Zahnverfärbungen eine Rolle, zum Beispiel die Speichelzusammensetzung, die Mundhygiene un die Ernährung.
Zähne können sich außerdem durch Verletzungen verfärben, durch die Einnahme spezieller Medikamente oder einfach durch den Alterungsprozress. Bei diesen sich durch innere Prozesse entwickelnden Verfärbungen sind Zahnpasten allerdings machtlos. Hier muss der Zahnarzt mit speziellen Bleichmitteln helfen. In schlimmeren Fällen kann er die Verfärbungen mit Kunststoff oder Keramikschalen abdecken.

 

Gegen Karies vorbeugen
Die getesteten Zahncremes- durchweg zur täglichen Anwendung empfohlen- tragen meist ,,gut" odder ,,sehr gut" zur Kariesvorbeugung mit Fluoriden bei. Diese Substanzen gelten neben gesunder, möglichst zuckerarmer Ernährung und gründlicher Zahnpflege als wirksamstes Mittel zur vorbeugung gegen Karies. Insagesamt kösst sich die Qualität einer Zahnpasta zwar nur an der Gesamtrezeptur ablesen. Wesentliche Bausteine für die antikarieswirkung sind jedoch Art und Menge der eingesetzten Fluoride.

Darüber hinaus floss in unserer zahnmedizinische Beurteilung auch ein, dass manche Fluoride besser wirken, wenn der pH-Wert der Zahncreme vergleichsweise niedrig (sauer) ist. Ferner beachten wir das durch medizinische Studien nachgewiesene Zusammenspiel zwischen den jeweils enthaltenen Putzkörpern. Genauso berücksichtigten wir besondere Inhaltsstoffe, die zu einer besseren Antikarieswirkung beitragen.
Tenside waren vor Jahren in die Kritik geraten, da sie- im Übermaß eingesetzt- zu Zahnfleischentzündungen führen können. Heute gelten diese Schaum bildenden Substanzen in Konzentrationen von bis zu 2% als sinnvoll und unschädlich. Sinnvoll vor allem deshalb, weil sie die Reinigungswirkung (Verfärbungen und Zahnbelag)  und die gleichmäßige Verteilung von Inhaltsstoffen unterstützen, und das auch an Stellen, wo die Bürste nicht hinkommt.

 

Wunderwelt der Werbung
Wer sich gründlich die Zähne putzt, kann davon ausgehen, dass alle Zahnpasten vorbeugend gegen Zahnfleischentzündungen, Zahnstein und Parpdontis wirken. Denn saubere Zähne werden nicht krank- mittlerweile fast eine Binsenweißheit. Doch etliche Anbieter tun in ihrer Werbung so, als enthielten ihre Pasten Spezialstoffe gegen alle möglichen Zahnprobleme. Das stimmt aber oft nicht.

Zahnpasten, die versprechen, die Zahnsteinbildung zu vermindern, enthalten als Wirkstoffe meist Zinkverbindungen, Pyrophosphate oder Triclosan. Sie können die Zahnsteinbildung um bis zu 50 % verringern- aber nur die zahnmedizinisch vergleichsweise unproblematischen Verkalkungen am Zahnfleischraum.
Bereits vorhandenem Zahnstein können sie dagegen nichts anhaben. Hier muss der Zahnarzt oder eine Prophylaxfachkraft ans Werk. Nur sie können auch kritischere, tiefer gehende Verkalkungen manuell oder mit dem Ultraschallgerät entfernen.

Gegen Zahnfleischbluten als Zeichen von entzündetem Zahnfleisch (Gingivitis) enthalten Zahnpasten zum Teil entzündungshemmende, schleimhautstärkende Stoffe oder Pflanzenextrakte. Sie können eine Entzündung zwar etwas lindern, die Ursachen aber nicht beheben. Vorbeugend wirken sie kaum. Deshalb werden sie in der Tablette auch nicht als Wirkstoffe gegen eine Zahnfleischentzündung erwähnt.
Manchhe Hersteller fügen ihren Zahnpasten antimikrobielle Stoffe hinzu, zum Beispiel Tricolsan. Für diese Substanzenm ebenso für vitamin A und Zinkchlorid, ist eine gewisse gingivishemmende Wirkung nachgewiesen. 

Als vorbeugungmaßnahme gegen Parodontitis, die tiefer gehende Entzündung des Zahnhaltteapparats, galt bislang nur, die Zähne peinlich sauber zu halten. Oft lohnt es sich auch, die- privat zu zahlende- professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis in Anspruch zu nehmen.

An diesem Empfehlungen ändert sich nichts, auch wenn es mittlerweile eine Wirkstoffkkombination gibt, bei der es Anzeichen für eine positive Wirkung auf Parodontitis gibt: Triclosan mit dem Copolymer PVM/MA (im Test nur in Colgate Fresh Confidence Gel enthalten). Es gibt Hinweise darauf, dass sich der fortschreitende Prozess der Parodontitis durch Zusatz dieser Substanzen in Zahnpasten etwas verlangsamen kann.
Allerdings vertreten Experten kontrolverse Ansichten, was Tricolsan im Kosmetik- und Körperpflegebereich betrifft: Aus Deos zum Beispiel ist Triclosan fast völlig verschwunden. Zwar ist diese Substanzen in ihrer akuten toxikologischen Wirkung recht gut untersucht und gilt als risikoarm,  doch einige Fragen sind bis heute ungeklärt: Beispielsweise greift Triclosan in das Entgiftungssystem der Leber ein. Selten sind dagegen Allergien. Die Zahnpastahersteller rechtfertigen den Einsatz von Triclosan mit entsprechenden Expertisen. Danach ist bei den Konzentrationen von Triclosan, die in Zahnpasta vorkommen, ein Risiko für die Benutzer auszuschließen.
Für welche Zahnpasta ihr euch auch entscheidet, wichtig ist: Vergesst nicht das Fädeln mit Zahnseide.  

 

Picnik-Collage

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Veröffentlicht in Tipps .

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