Elektrische Zahnbürsten: Mit Power an die Zähne

Veröffentlicht auf von laavidaahaamburg

>>Gute<< elektrische Zahnbürsten gibt es schon ab 20 Euro. Wer seine Zähne- wie der Durchschnittsburger- aber auch nur 40 Sekunden lang putzt, wird auch mit der Elektrozahnbürste keine großen Erfolge haben. 

 

Mit 300 000 Bürstenbewegungen pro Minute steht sie ganz vorn in der Testkonkurenz, die Water Pik Sonic speed, laut Werbung ,,ein Meilenstein in der Geschichte der modernen Mundhygiene". Doch auch die anderen elektrischen Zahnbürsten werden immer schneller und in der Technik immer ausgeklügter. Sie rotieren, vibrieren oder schwingen mit rund 5000 bis 28000 Bewegungen pro Minute- sagt die Werbung. Gegen die Water-Pik-Bürste nehmen manche sich damit allerdings wie lahme Enten aus.
Macht nichts, wurde im Test festgestellt: Auf die Geschwindigkeit der Bürstbewegungen allein kommt es nicht an. Auch der Preis ist kein verlässliches Qualitätskreterium. Entscheidend für das Reinigungsergebnis ist der Putzeifer. Wer seine Zähne sorgfältig reinigt, bekommt mit jeder Bürste ein ordentliches Ergebnis, schon mit der preiswertesten für 20,50 €. Wer das Zähneputzen zu lässig betreibt, dem kann auch die teuerste für 128 € nicht viel helfen. 
Es wurden zehn elektrische Zahnbürsten getestet. Fast alle arbeiten mit einem über Akkus betriebenen Elektromotor. Die Ausnahme ist die ,,schallaktive" Water-Pik-Bürste. Hier versetzen elektromagnetische Wellen die Borsten in Schwingungen. Mit 128 €ist diese Bürste preislicher Spitzenreiter des Tests. Die anderen kosten zwischen 20,50€ und 90€. Ladestation und mindestens eine Ersatzbürste sind im Preis inbegriffen. 

 

Sinnvolle Extras
Die teureren Geräte haben meist etwas stärekere Motoren und eine rechhaltigere Ausstattung. So bieten einige zwei Geschwindigkeitsstufen, die man je nach Empfindlichkeit schalten kann. Sinnvoll ist eine Putzzeitanzeige, die nach rund drei Minuten signalisiert, dass die Mindestputzzeit vorbei ist. So gewöhnt man sich leichter an die zur gründliuchen Zahnreinigung notwendige Zeit. 

Einige Bürsten schalten ihre Kräfte zurück, wenn man sie zu fest an Zähne und Zahnfleisch presst. Diese Anpressdruckkontrolle verhindert Verletzungen und ist für manchen eine sinnvolle Orientierungshilfe. 
Die meisten testbürsten arbeiten mit ,,oszillierend-rotierenden" Bewegungen. Einfacher gesagt: Die in der Regel runden Bürstköpfe drehen sich und schwingen dabei hin und her. Bei Braun 3D deluxe kommt noch eine Vor- und Rückwärtsbewegung dazu. Water Pik- als Einzige mit herkömmlichem, rechteckigem Borstenfel- schwingt nach oben und unten. Bei Rowenta vibriert nicht nur der Bürstenkopf, sondern der gesamte aufsatz, auf dem das Borstenfeld befestigt wird.
Wie immer sich die elektrische Putzhilfe auch bewegt, ob kreisend oder hin- und herschwingend, egal auch wie oft pro Minute, auf das Reinigungsergebnis hat das keine großen Auswirkungen: Fast alle Bürsten lieferten ,,gute" Resultate in der klinischen Prüfung.
25 Prüferinnen putzten mit jeder Bürste jeweils eine Woche lang die Zähne. Bevor sie die nächste bekamen, mussten sie zum check in die Zahnklinik. Dort kontrollierten Mediziner, wie gründlich die Bürste den Zahnbelag entfernt hatte. Allein Rowenta kam über ein ,,Befriedigend" in der Reinigung nicht hinaus. Die Tester empfanden die Vibration der Bürste außerdem oft als unangenehm.

 

Nicht ohne Handarbeit
Die Qualität einer Zahnbürste beweist sich am ehesten in den Zahnzwischenräumen und am Zahnfleischrand. Denn gerade hier ist es schwierig, gründlich und gleichzeitig schonend zu reinigen. Die Testbürsten kamen hier ebenfalls an ihre Grenzen, selbst wenn  sie- wie notwendig- langsam und gründlich in alle Winkel des Gebisses geführt wurden. Auch Besitzer einer elektrischen Bürste kommen deshalb nicht ohne weitere Hilfsmittel wie Zahnseide oder Interdentalbürstchen aus, wenn ihnen die Gesundheit ihrer Zähne wichtig ist. Zumal die Zahnzwischenräume immerhin rund 30 % der Zahnoberfläche ausmachen. Ganz ohne Handarbeit geht es also auch mit der elektrischen Bürste nicht. 

Die Braun Oral-B Plak Control 3D delux bekam von den Testern besondere Pluspunkte, weil sie ,,sehr gut" zu handhaben ist- als Einzige. Eine unkomplizierte Handhabung erleichtert das Putzen natürlich. Doch das messbare Reinugungsergebnis war auch nciht besser als bei der Testkonkurrenz.

 

Die Bürste wechseln
Genau wie bei der Handzahnbürste gilt auch bei der elektrischen: Mindestens alle drei Monate sollte sie gegen eine neue mit inakten Borsten ausgetauscht werden. denn alte ,,Schrubber" reinigen nicht nur schlechter, sie können auch zu Verletzungen am Zahnfleisch führen.

Allerdings sind die Ersatzbürsten meist deutlich teurer als eine normale Handzahnbürste. Das ist auch zu bedenken, soll eine dieser mmotorisierten Putzhilfen angeschafft werden. Etwa 5 €zahlt man schnell pro Bürstchen. Bei diesen Preisen können Käufer zu Recht Spitzenqualität erwarten. Im Test zeigte sich aber: Die Borstenenden müssten durchweg besser abgerundet sein, um optimal vor Verletzungen des Zahnfleischs zu schützen.

 

Ersatzkkus nicht bei allen
 Wer lange an seiner Bürste Freude haben möchte, reinigt sie nach jedem Putzen sorgfältig. Entsprechend den Bedienungsanleitung heißt das: Bürste vom Handteil abziehen, beides getrennt abspülen und abtrocknen. Das ist schon etwas aufwöndiger als bei der Handzahnbürste, doch unerlässlich für ein langes LEben der Bürste. Denn wenn sich nicht entfernte zahnpastareste langsam Richtung Akku durchfressen, ist die Freude schnell vorbei. Der Akku streikt. Ersatzakkus gibt es nur bei Rowenta und Water Pik. 

Bei den anderen muss der ganze Motorteil ausgewechselt werden.

 

Mit Mundduschen 
Elektrische Zahnbürsten gibr es auch kombinierbar mit einer Munddusche zu kaufen. Diese Dentalcenter erfreuen sich aber im Vergleich zu den Solobürsten keiner besonderen Nachfrage. Kein Wunder, denn der Nutzen von Mundduschen ist nur begrenzt. Das zeigte sich auch im Test. Es wurde nach der optimalen Putzmethode gesucht und dazu die gebräuchlichsten Reinigungswege miteinander verglichen. Ergebnis: Bürste plus Zahnseide renigen am gründlichsten, deutlich besser auf jeden Fall als die Bürste allein. Die Munddusche verbesserte das Putzergebnis nicht. 

 

Elektros- contra Handbürste
Wer so viel Technik im Mund nicht mag oder wen die Geräuschkulisse der Elektrobürsten nervt, der kann mit ruhigem Gewissen auch weiterhin per Hand putzen. So lassen sich die Zähne ebenfalls gut säubern. Allerdings muss man deutlich mehr Zeit und Geschicklichkeit aufwenden als bei  der Reinigung auf Knopfdruck. Das zeigen Studien. Wer sich da nicht viel zutraut, ist mit einer guten elektrischen Bürste besser bedient. Ein Vorteil der Handzahnbürste ist auf jeden Fall, dass sie je nach individueller Zahnproblematik geführt werden kann. Der Zahnarzt hilft, das herauszufinden. 

Auch für Kinder ist es sinnvoll, die Zähne elektrisch zu putzen. Auf jeden Fall sollten die Kleinen die Putzbewegungen aber auch per Hand beherrschen. Möglicherweise macht ihnen jedoch das elektrische Putzen mehr Spaß. Und was Spaß macht, tut man gerne. Die Zähne werden es euch danken.

 

Picnik-Collage 

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Veröffentlicht in Tipps .

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