Zahnpflege: In aller Munde
Kein Wunder, vielen ist die tägliche Pflege ihrer Beißwerkzeuge nicht einmal drei Minuten wert. Dabei wurden sie so hart erarbeitet: vom schmerzhaften Durchbrechen im Babyalter überzahlreiche Zahnlücken vor den Zweiten bis zum endgültigen Abschied, der die dritten Zähne mit sich bringt. Ich sage euch, wie und womit ihr eure Zähne pflegen könnt, damit ihr ein Leben lang gesund begleiten.
Zahngesundheit: Tipps zur Vorsorge
Ein sauberer Zahn wird nicht krank. Bei penibler Pflege haben weder Karies noch Parodonitis eine Chance, das gilt nach wie vor. Würden mehr Menschen die folgenden Tipps beachten, wären die Wartezimmer bei Zahnärzten deutlich leerer:
•Gesunde, ausgewogene Ernährung bei sparsamem Umgang mit Klebrig-Süßem. Dann hanem auch die Selbstheilungskräfte in der Mundhöhle eine Chance, wirkungsvoll einzugreifen. Denn in gewissen Grenzen sind die Inhaltsstoffe des Speichels selbst in der Lage, kleinere Zahnschäden zu reparieren. Bei übermäßigem Zuckerangebot sind sie allerdings überfordert.
•Regelmäßiges, systematisches Zähneputzen nach den Mahlzeiten, mindestens jedoch nach dem Frühstück und dem Abendessen, und immer wenigstens drei Minuten lang.
•Anwendungen von fluoridhaltigen Zahnpasten und Zahnseide oder Interdentalbürsten.
•Zweimal im Jahr zum Zahnarzt und zur Individuellen Prophylaxebehandlung gehen.
Mundgeruch: Die Zunge putzen
Die Ursachen des Mundgeruchs, bakterielle Beläge, verschwinden auch durch das Reinigen der Zunge, haben Wissenschaftler vom Zentrum für Zahnmedizin an der Berliner Charté herausgefunden.
Etwa 300 verschiedene Bakterienarten machen sich in der Mundhöhle zu schaffen. Auch auf dem hinteren Teil der Zunge bilden sich Beläge mit Bakterien. Die Berliner Zahnmediziner empfehlen deshalb: ,, Die tägliche Reinigung nicht nur der Zähne, sondern auch der Zunge kann Mundgeruch in den meisten Fällen schnell beseitigen."
Zungenschaber aus Plastik, Zungenbürsten oder eine Kombination aus beidem bekommt man in der Apotheke. Im Unterschied zur Zahnbürste ist die Zungenbürste breiter und flacher. Das mindert den Würgreiz.
TIPP
Ein Teelöffel tut es auch: Man dreht die gewölbte Seite nach oben und schabt mit der Kante über die Zunge- fertig.
Zahnfleichbluten: Achtung, Warnsignal!
Häufiges Zahnfleischbluten solltet ihr nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es deutet darauf hin, dass die normale Infektionsabwehr im Mund überlastet ist: ERs sind zu viele Bakterien aus den Zahnbelägen (Plaque) zu vernichten. Das gesunde System im Mund kommt aus dem Gleichgewicht. Wird eine Plaque nicht gründlich entfernt, entwickelt sich eine Zahnfleischentzündung. Das Zahnfleisch schwillt etwas an, die Gefäßwände werden ,,löchriger" und schon bei normalem Druck, zum Beispiel beim Zähneputzen, blutet es. Bleibt diese Zahnfleischentzündung (Gingivitis) unbehandelt, kann sich daraus eine Zahnbettenzündung (Paradontitis) entwickeln. In diesem Fall arbeiten sich die Bakterien am Zahn entlang in die Tiefe vor. Dabei zerstören sie immer mehr Fasern, die den Zahn in seinem ,,Bett" festhalten. Zwischen Zahn und Zahnfleisch bilden sich kleine Nischen, so genannte Taschen, in denen die Bakterien- unterrichbar für Zahnbürste und -pasta -ihr Zerstörungswerk fortsetzen können. Der Zahn lockert sich immer und immer mehr und muss schlimmstenfalls sogar entfernt werden. Bei Erwachsenen gehen mehr Zähne durch Paradontitis verloren als durch Karies.
Tipp
Blutendes Zahnfleisch braucht keine Schonung, sondern muss durch besonders regelmäßiges und sorgfältiges Putzen von bakteriellen Belägen befreit werden. Wer öfters Zahnfleischbluten hat, sollte die Ursachen beim Zahnarzt erklären lassen.
Zuckeraustauschstoff Xylit: Kariesbremser
Zuckerfreier Kaugummi beugt Karies vor- besonders, wenn er den Zuckerausrauschstoiff Xylit enthält. Eine Studie der Universität von Minnesota bestätigt: Xylit-Kaugummi unterdrücken nachweißbar das Wachstum von Kariesbakterien.
Ab und zu eunen zuckerfreien Kaugummi zu kauen, tut den Zähnen sowieso gut. Der verstärkte Speichelfluss vehindert die Bakterien bei ihrer Produktion zahnschädigender Säuren. Außerdem können sich Nahrungsmittelreste nicht so leicht zwischen den Zäühnen festsetzen. Der Kaugummi sollte aber nur eine Ergänzung zur täglichen Zahnpflege sein, nicht etwa Ersatz für die Regirung mit Brüste, Zahnseide und Interdentalbürstechn.
TIPP
Am besten ist es, wenn ihr unmittelbar nach dem Essen Kaugummi kauen, mindestens fünf Minuten lang.
Elektrobürste: Auch für Kinder sinnvoll
Eine gute, kindergerechte elektrische Zahnbürste hat Vorteile gegenüber der Handzahnbürste. So lautet das Resmüee von Zahnmedizinern des Berliner Universitätsklinikums Benjamin Franklin nach Durchsicht altueller Studien. Danach steigert die elektrische Bürste die Motivation der Kinder zum Putzen und reinigt die Zähne effektiver als eine Handzahnbürste. Denn nur die wenigsten Kinder sind- trotz sorgfaltiger Kontrolle und wiederholter Mundhygiene-Instruktionen- in der Lage, ihre Bewerbungen so zu koordinieren, dass eine effektive Zahnbürste den Eltern das Nachputzen, das bis ins Schulalter hinein notwenig ist.
Trotz allem sollten Kinder auch mit der Handzahnbürste einwandfrei putzen lernen. Denn eine elektrische Bürste ist nicht immer und überall vorhanden, beispielsweise in der Schule oder im Kindergarten.
Gebissreinigung: Speziallmittel unnötig
Zahnbürste und warmes Wasser reichen völlig, um die dritten Zähne zu säubern, sagen Zahnärzte. Vor allem die mechanische Reinigung mit der Bürste ist wichtig, und zwar möglichst nach jedem Essen. Das gilt übrigens auch für Zahnspangen.
Für Menschen, die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, können Spezialreiniger jedoch unerlässlich sein. Bevor man das Gebiss nach der Reinigung wieder einsetzt, muss es dann allerdings gründlich unter klarem Wasser abgespült werden. Rückstände des Mittels können sonst das Zahnfleisch reizen.
TIPP
Zusätzlich zur täglichen Reinigung solltet ihr Prothese einmal pro woche über Nacht in Essig legen, um Kalkablagerungen zu entfernen. Diese Arbeit kann auch der Zahnarzt mit einem Ultraschallgerät problemlos erledigen.
