After-Sun-Produkte: Für die Stunden danach
Nach einem langen Sonnentag lechzt die Haut nach Pflege. Immerhin zwölf After-Sun-Produkte eignen sich dafür ,,sehr gut". Manche sind auch sehr preiswert.
Erholung, wohltuende Kühle, Beruhigung, Entspannung und eine lang anhaltende, samtig- weiche Bräune- das versprechen After-Sun-Produkte der sonnengestressten Haut. Viele Sonnenfans glauben allerdings, auf diese Spezialmittel verzichten zu können. Sie pflegen ihre Haut nach dem Duschen mit der gewohnten Bodylotion. Daran ist auch nichts auszusetzten. Schließlich sagt man speziell fettreicheren Lotionen gute Pflegeeigenschaften nach- Fett schützt die Haut vor Feuchtigkeitsverlust. ,,Normale" Körperlotionen fühlen sich aber auf sonnenstrapazierter Haut manchmal unangenehm aufheitend an. Die ,,schlankeren" After-Suns bieten sich dann als Alternative an, zumal sie meist recht dünnflüssig sind und sich deshalb besonders leicht auf der gereizten Haut verteilen lassen.
Es wurden 21 dieser Sonnenprofis getestet, hauptsächlich Lotionen, Gels und Sprays. Sie kosten zwischen 1,20 und 29 Euro. Im Test zeigte sich, dass alle der Haut das liefern, wonach sie nach einem Sonnentag besonders lechzt: Feuchtigkeit. Dabei erwiesen sich 13 after-Suns als ,,sehr gute" Feuchtigkeitsspender. Die Wirkung war nich nach Stunden an der Haut zu messen. Dichtauf folgt das restliche Testfeld mit ,,guten" Ergebnissen. Nur Piz Buin After Sun Tan Intensifier, ein Produkt mit Selbstbräuner, kam über ,,befriedigend" nicht hinaus.
Viel Wasser
After-Sun-Produkte sind nicht viel mehr als ,,abgemagerte" Körperlotionen. Fettreduziert, mit erhöhtem Wasser- und Alkoholgehalt, versprechen sie, die erhitzte Haut zu kühlen udn zu entspannen. Zusätzliche Wirkstoffe wie Bisabolol, Aloe Vera, Allantion oder Jojobaöl sollen pflegen und beruhigen. Von diesen Stoffen sollte man jedoch nicht zu viel rewarten. Kosmetikfachleute betonen immer wieder: Vor allem die Basisrezeptur ist ausschlaggebend für die Qualität eines hauptpflegenden Produkts.
Viele After-Sons enthalten Vitamin E zur Bekämpfung der freien Radikale. Das sind aggressive Moleküle, die sich verstärkt unter Sonnenbestrahlung auch in der Haut bildern und zu irreparablen Zellveränderungen führen können. Vitamin E gilt als wirkungsvoller ,,Radikalfänger". Die Wissenschaftler sind aber immern och uneins, ob diese Substanz- in den enthaltenen Mengen- zur gewünschten Wirkung führt. Wie sich dder Inhalt der After-Suns auch immer zusammensetzt, im Test gab es keine Probleme mit der Verträglichkeit. Bei keiner Prüfperson traten Rötungen, Pickelchen oder andere Nebenwirkungen auf. Das muss aber nicht für jede Haut gelten. Auch After-Sun-Produkte erhalten Stoffe, die bei empfindlicher Haut oder bei Allergikern unliebsame Reaktionen hervorrufen können. Zu diesen möglicherweise kritischen Substanzen gehörten vor allem die Konservierungsmittel, Parfümstoffe und Emulgatoren. Wer weiß, auf welche Stoffe er überempfindlich reagiert, kann sich an der Auflistung in unserer Tabelle orientieren und so Fehlkäufe vermeiden.
Kühlung nur für Momente
Wer sich ein After-Sun hauptsächlich wegen des versprochenen Kühleffekts kauft, kann sich die Ausgabe fast sparen. Die Wirkung- meist hervorgerufen durch den hohen Aloholgehalt- verfliegt schon kurz nach dem Auftragen. Das gilt ebenso für das besonders stark ükhlende Eis-Gel von Avon.
Auch wer hofft, dass ein Alter-Sun einen Sonnenbrand lindert, erwartet zu viel. Kein Produkt mildert Hautrötungen. fter-Suns sind wirklich vor allem eins: Feuchtigkeitsspender. Bei Sonnenbrand sollte man lieber auf etabilerte Hausmittel setzen.
Künstlich gebräunt
Die After-Suns_Produkte Delial Aprés & Bronze Bräunigungsverlängerer und Piz Buin After Sun Tan Intensifier enthalten zusätzlich einen Selbstbräuner. Delial bräunt relativ stark, Piz Muin eher sanft. Gegen den Einsatz des chemischen Bräuners Dihydroxyaceton ist eigentlich nichts einzuwenden. Hautärzte bezeichnen diese künstlich hervorgerufene Farbe sogar als die gesündeste Art der Bräunung, da sie one jede Sonneneinstrahlung entsteht. Doch Vorsicht: Diese Kunstbräune kommt nur durch Einfärbung der äußersten Hautschicht, der Hornschicht, zustande. Sie bietet keinerlei Sonnenschutz- im Gegensatz zur Pigmentierung, die auf natürliche Weise in tieferen Hautschichten entsteht. Also bei Bräunung durch Selbstbräuner nie vergessen, sich mit einem Lichtschutzmittel einzucremen.
Wie jede gute Körperlotion hält auch ein After-Sun die Haut geschmeidig. Sie schuppt und schält sich dann nicht so schnell. Aber wieder zu Hause, muss man mehr tun, um die Farbe möglichst lange zu konservieren. Da gilt: Nicht zu lange und heiß zu baden, kein intensives Peeling machen und vor allem- cremen, cremen, cremen. Jetzt heißt es auch, Abschied vom ,mageren" After-Sun zu nehmen. Besonders die zur Trockenheit neigende Haut braucht nun wieder eine fettreichere Körperlotion. Und die Fans künstlicher Sonne sollten der Haut zuliebe noch ein Weilchen auf den Solariumbesuch zu verzichten.
TIPPS: Das hilft bei Sonnenbrand
•Hausmittel. Wenn es einen trotz aller Vorsicht doch erwischt hat, die Haut rot ist und spannt, dann helfen alte Hausmittel: feuchte Umschläge aus Kamillentee, Jogurtpackungen oder weitgehend alkoholfreie Lotionen mit reimildenden Kräutern. Für die folgenden Tage heißt es: Die betroffenen Hautpartien- am besten durch Textilien- vor den sonnenstrahlen abschmieren.
•Arzt. Schwere Sonnenbrände, die mit Blasenbildung und Fieber einhergehen, sollten allerdings unbedingt vom Arzt behandelt werden.
