Lichtschutzmittel: Bloß nichts anbrennen lassen.
Egal ob Spray oder Lotion- dast alle getesteten Lichtschutzmittel schützen gut vor zu viel Sonne. Dabei müssen sie keine 20 Euro kosten. Schon für 3 Euro gibt es ,,sehr gute" Produkte.
Wohlig am Strand liege, mit den Fingern im Sand wühlen und sich dabei die Sonne auf den Pelz brennen lassen- welch ein Genuss nach langen, dunklen Wintertagen. Da wird manch einer leichtsinnig und vergisst, was heutzutage zum Allgemeinwissen gehören sollte: Zu viel Sonner macht alt und kann schlimmstenfalls Hautkrebs verursachen.
Besonders nach sonnenarmen Monaten braucht die Haut Zeit, um sich an die Strahlen zu gewöhnen. Denn ihre eigenen Schutzmechanismen, Bräune und Lichtschwiele (Verdickung der Hornschicht), bilden sich nur langsam. Überfallartigen Sonnenbädern sind sie nicht gewachsen. Folge ist der Sonnenbrand.
Wer den nicht riskieren will, sondern mit heiler Haut durch den Sommer kommen möchte, der sollte sich nicht zu lange unbekleidet den Strahlen hingeben- und auf Sonnenschutzmittel setzen. Ein Test zeigt: Es gibt schon preiswerte Mittel, die ihre Aufgabe ,,sehr gut" oder ,,gut" erfüllen.
Es wurden 19 Sprays und Lotionen getestet. Für welche Produktart man sich entscheidet, ist vor allem Geschmackssache, Sprays sind schlicht morderner, in der Anwendung allerdings oft nicht so bequem, wie die Werbung verspricht. Denn Sprühen alleine genügt nicht. Die Mittel müssen gründlich verrieben werden, genauso wie die Sonnenmilch.
Starker Schutz
Die gestesteten Produkte versorechen Lichtschutzfaktoren von 15 beziehungsweise 20. Diese hohen Faktoren empfehlen sich für alle, die nach langer sonnenentwöhnung am Meer oder im Hochgebirge Urlaub machen wollen. Wer besonders empfindliche Haut hat, muss möglicherweise- auf Anraten der Arztes- noch stärkeren Schutz wählen. Das Angebot reicht hierzulande bis zu einem Lichtschutzfaktor von 60.
In erster Linie sollen Lichtschutzmittel helfen, einen Sonnenbrand zu vermeiden. Ere wird durch die mittelwelligen Ultraviolett-B-Strahlen verursacht. Zu viel davon kann zu Hautkrebs führen. Der Lichtschutzfaktor, der auf den Verpacungen von Sonnenmilch & Co. angegeben ist, bezieht sich alleine auf den Schutz von diesen UVB-Strahlen.
Doch auch die längerweilligen UVA-Strahlen sind nicht ohne. Sie dringen tiefer ein, zerstören die elastischen Fasern des Bindengewebes und lassendie Haut früher altern. Allergische Reaktionen gehen ebenfalls meist auf das Konto von UVA. Weitere Wirungen sind noch nicht endgültig geklärt. Deshalt ist nicht nur auf Schutz im UVB-, sondern auch im UVA-Bereich zu achten. Die getesteten Mittel versprechen ihn alle.
Wie hoch der UVA-Faktor ist und wie lange er vorhält, lässt sich bislang allerdings nicht verlässlich angeben. Denn eine allgemein anerkannte Messmethode fpr den UVA-Faktor fehlt noch immer. Nach wie vor weiß man nicht einmal, wie viel UVA für den Menschen sinnvoll und ab welcher Menge es schädlich ist. So klar sichtbare Signale wie der Sonnenbrand treten bei Ultraviolett-A-Strahlen nämlich nicht auf.
Pflege für die Haut
Sonne trocknet die Haut aus. Wind und Salzwasser tun das ihre dazu. Deshalb sollte ein gutes Lichtschutzmittel nicht nur vor den Sonnenstrahlen schützen, sondern auch ausreichend pflegende Stoffe enthalten, diie den Feuchtigkeitsverlust in Granzen halten. Für die meisten getesteten Mittel kein Problem: Sie reichern die Haut über Stunden ,,sehr gut" mit Feuchtigkeit an. Nur die Produkte von Annemarie Börlind, Helena Rubinstein und Piz Buin fielen mit ,,gut" etwas hinter die Konkurrenz zurück.
Viele Sonnenschutzmittel versprechen, mit Zusätzen von vitamin E freie Radikale zu neutralisieren. Das dins aggressive Sauerstoffverbindungen, die- besondere unter Sonnenbestrahlung- im menschlichen Körper entstehen und die Tellen irreparabel schädigen können. Vitamin E wirkt nachweislich als Fänger dieser freien Radikale. Es ist aber nach wie vir umstritten, ob die in den Lichschutzmitteln enthaltenen Mengen für eineen wirkungsvollen Schutz ausreichen. Das gilt auch für hautpflegende Zusätze wie zum Beispiel Bisabolol oder Panthenol. In der Auslistung der Inhaltsstoffe stehen sie meist weit hinten, was bedeutet, dass sie nur in winzigen Anteilen enthalten sind.
Wasserfestigkeit
Auch wenn alle Mittel Wasserfestigkeit ausloben, zu viel versprechen sollte man sich davon nicht. NAch den Prüfvorschriften darf ein Sonnenschutzmittel nämlich schon dann als ,,wasserfest" bezeichnet werden, wenn es nach zweimal 20-minütigem Wasserkontackt noch die Hälfte des ursprünglichen Schutzes bietet. Für den Sonnenalltag gilt deshalb: Nach dem Baden und Abtrocknen unbedingt erneut einreiben, da der Schutz stark nachgelassen haben kann.
Wir haben bei den Lotionen auf den Test der Wasserfestigkeit verzichtet, da die Untersuchungen der letzten Jahre zeigten, dass kein Produkt Probleme hatte, die Bedinungen zu erfüllen. Bei den Sprays sieht es etwas anders aus: Immerhin drei gingen in diesem Test der Wasserfestigkeit baden- Eucerin Schutz Spray, Florena Suncare Sonnenspray und Nivea Sun Sun-Spray. NAch Abschluss der Prüfung ließen sich nur noch rund 10 % des ursprünglichen Schutzes nachweisen. Deshalb können wir diese Sprays auch insgesamt nicht mehr ,,gut" nennen .
Probleme mit Inhaltsstoffen
Sonnenschutzmittel gehören zu den wenigen Kosmetika, deren Wirksamkeit unumstritten ist. Gesunde Haut verkraftet die Inhaltsstoffe problemlos. Auch im Test traten reine Nebenwirkungen auf. Für manche Menschen mit empfindlicher Haut oder mit Allergien kann sich das anders darstellen: Meist sind Parfüm- und andere Duftstoffe, Konservierungsmittel oder Emulgatoren (sie verbinden Fett und Wasser in einer Emulsion) schuld dran, wenn die Haut gereizt oder allergisch reagiert. Sogar die Lichtschutzfilter selbst, vor allem die chemischen Filtersubstanzen, önnen Hautreaktionen hervorrufen. Physikalische Filter (Titandioxid und Zinkoxid) sind bislang weniger in die Kritik geraten.
Mithilfe des Hautarztes oder des Allergiekerpass lassen sich so Substanzen vermeiden, die Einzelfall Hautreaktionen hervorrufen können.
Hinweise zur Anwendung
Schonendes Sonnenbaden gelingt nicht ohne eigenverantwortliches Handeln- auch nicht mit dem beten Lichtschutzmittel. Wer entsprechende Hinweise auf den Falschen erwartet, bekommt im Allgemeinen nur sehr knappe Informationen zum Sonnenschutz. Manchmal waren sie uns zu spärlich. Mindestens folgende drei Hinweise sollten auf jeder Verpackung zu finden sein, was wir auch bei der Beurteilung der Testprodukte berücksichtigt haben :
•Lichtschutzmittel- reichlich- etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen. Sonst können sie ihre Wirklsamkeit nicht voll entfalten.
•Die Schutzdauer pro Tag lässt sich durch mehrfache Anwendung des Sonnenschutzmittels nicht verlängern.
•Sonnenbrand- besonders bei Kindern- unbedingt vermeiden.
Das A und O beim Bräunen ist ein achtsamer Umgang mit der Sonne.